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17.02.2017

15:18 Uhr

Siegfried Russwurm

Siemens-Vorstand bereit für Bahn-Chefposten

Von: Axel Höpner
Quelle:Handelsblatt Online

  Bei Siemens war er überaus beliebt - nun könnte er Bahnchef werden. Siegfried Russwurm gilt als möglicher Nachfolger von Rüdiger Grube. Seine Ambitionen für den Posten knüpft er aber an eine Bedingung.

Lange arbeitete er für Siemens - nun könnte er Bahnchef werden. Der Manager gilt als möglicher Grube-Nachfolger und zeigt sich zu Gesprächen bereit. dpa

Lange arbeitete er für Siemens - nun könnte er Bahnchef werden. Der Manager gilt als möglicher Grube-Nachfolger und zeigt sich zu Gesprächen bereit.

MünchenDer scheidende Siemens-Vorstand Siegfried Russwurm ist möglicher Kandidat für den Vorstandsvorsitz bei der Bahn. „Es ist eine große Ehre, im Kandidaten-Kreis für den Chef-Posten bei der Deutschen Bahn genannt zu werden“, erklärte Russwurm gegenüber dem Handelsblatt. Laut Industriekreisen ist der Manager grundsätzlich zu Gesprächen bereit. Aufgrund der Erfahrungen bei Siemens sei es ihm aber wichtig, dass vertrauensvoll im Vorstand zusammengearbeitet werde. Dies könnte ein Hinweis sein, dass Russwurm nur im Konsens mit Bahn-Vorstand Ronald Pofalla antreten würde, der ebenfalls als Kandidat für den Chefposten gilt.

Russwurm hatte auf eigenen Wunsch seinen Vertrag bei Siemens nicht verlängert. Es gab Spekulationen, dass sein Verhältnis zu Siemens-Chef Joe Kaeser nicht das beste gewesen sein soll. Im Unternehmen ist Russwurm, der Industrie- und Digitalisierungsexperte ist, ausgesprochen beliebt. So sagte der ehemalige Siemens-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Lothar Adler zum Handelsblatt: „Russwurm war immer sehr zuverlässig, er hatte Handschlagqualitäten.“ Bei der Bahn, wo die Arbeitnehmervertretungen und Gewerkschaften eine starke Rolle spielen, könnte ihm dies nach Einschätzung in Industriekreisen helfen. „Die suchen ja einen Friedensstifter.“

Das „Manager Magazin“ hatte berichtet, dass Russwurm bei der Bahn im Gespräch ist. Der Manager erklärte dazu: „Für einen solchen Job bewirbt man sich nicht, sondern wird nach intensiver Prüfung ausgewählt.“ Diese Aufgabe liege beim Aufsichtsrat und letztlich dem Eigentümer – „das heißt in den Händen der Politik“.

Für diese Aufgabe sei ein „sehr breiter, parteiübergreifender Rückhalt neben der technisch-industriellen Expertise essentiell für den Erfolg des Unternehmens“. Nur so könnten die komplexen Herausforderungen bewältigt werden. „Und das geht nur in engem und vertrauensvollem Zusammenwirken zwischen dem gesamten Vorstand, der Politik – idealerweise im parteiübergreifendem Konsens – sowie den Sozialpartnern."

Bahnchef Rüdiger Grube hatte überraschend hingeworfen, nachdem er sich mit dem Aufsichtsrat nicht über die Länge seines neuen Vertrags einigen konnte. Ein Kandidat für die längerfristige Nachfolge war Pofalla. Es ist aber umstritten, ob er schon genug Erfahrung – im Führen wie in Sachen Bahn – hat.

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