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Bitcoin-Kritiker schlagen Alarm

"Bleiben Sie weg. Das ist tödlich."

Von: ski

  Bitcoins sind der Hype des Jahres. Das weckt Sorgen vor einer Blase. Dänemarks Notenbankchef findet - wie auch US-Starinvestor Warren Buffett, Ex-Bundesbankchef Axel Weber und viele andere - klare Worte.

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Axel Weber, Präsident der Schweizer Bank UBSDer ehemalige Präsident der Bundesbank ist Bitcoin gegenüber sehr skeptisch. „Das kommt wahrscheinlich von meinem Hintergrund als Notenbanker“, sagte er. Eine Währung müsse allgemein akzeptiert sein, als Wertaufbewahrung dienen und als Zahlungsmittel sowie für Transaktionen verwendet werden können. „Bitcoin ist nur eine Transaktionswährung“, sagte Weber. Ihren Kunden rate die UBS bewusst von Bitcoins ab. Sie hätten keinen intrinsischen Wert und die Bank sehe keine darin keine Substanz. REUTERS

Quelle: REUTERS

Axel Weber, Präsident der Schweizer Bank UBS

Der ehemalige Präsident der Bundesbank ist Bitcoin gegenüber sehr skeptisch. „Das kommt wahrscheinlich von meinem Hintergrund als Notenbanker“, sagte er. Eine Währung müsse allgemein akzeptiert sein, als Wertaufbewahrung dienen und als Zahlungsmittel sowie für Transaktionen verwendet werden können. „Bitcoin ist nur eine Transaktionswährung“, sagte Weber. Ihren Kunden rate die UBS bewusst von Bitcoins ab. Sie hätten keinen intrinsischen Wert und die Bank sehe keine darin keine Substanz.

Jamie Dimon dapd

Quelle: dapd

James Dimon:
„Wer dumm genug ist Bitcoins zu kaufen, muss irgendwann den Preis dafür zahlen“. Der CEO der Bank JP Morgan hat sich bereits mehrfach äußerst kritisch gegenüber Bitcoins geäußert. Er hat sogar seinen Mitarbeitern gedroht jeden zu feuern, der mit Bitcoin handele. Im Januar 2018 räumte er allerdings ein, dass er es bedaure, Bitcoins als Betrug bezeichnet zu haben. Interessant findet er hingegen die Blockchain-Technologie, die nicht nur hinter dem Bitcoin steckt, sondern von immer mehr Unternehmen genutzt wird, um Daten aufzuzeichnen.

Warren Buffett:Der US-Starinvestor hat vor Bitcoin und anderen Digitalwährungen gewarnt. „Ich kann mit annähernder Sicherheit sagen, dass sie ein böses Ende nehmen werden“, sagte der 87-jährige Börsen-Guru am Mittwoch im Sender CNBC. Wann es soweit sein werde, könne er allerdings nicht sagen. Buffett spekuliert mit seiner Investmentfirma Berkshire Hathaway nach eigenen Angaben bislang noch nicht aktiv auf einen Crash. Die Frage, ob er mit sogenannten Futures gegen Kryptowährungen wette, verneinte Buffett. Er würde aber mit langfristigen Optionsgeschäften - etwa über einen Zeitraum von fünf Jahren - auf Kursverfall setzen, wenn dies möglich wäre. Buffett räumte jedoch auch offen ein, sich mit Bitcoin und Co. nicht sonderlich gut auszukennen. „Doch ich denke, was derzeit abläuft, wird definitiv böse enden“, so die Investorenlegende. AP

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Warren Buffett:

Der US-Starinvestor hat vor Bitcoin und anderen Digitalwährungen gewarnt. „Ich kann mit annähernder Sicherheit sagen, dass sie ein böses Ende nehmen werden“, sagte der 87-jährige Börsen-Guru am Mittwoch im Sender CNBC. Wann es soweit sein werde, könne er allerdings nicht sagen. Buffett spekuliert mit seiner Investmentfirma Berkshire Hathaway nach eigenen Angaben bislang noch nicht aktiv auf einen Crash.

Die Frage, ob er mit sogenannten Futures gegen Kryptowährungen wette, verneinte Buffett. Er würde aber mit langfristigen Optionsgeschäften - etwa über einen Zeitraum von fünf Jahren - auf Kursverfall setzen, wenn dies möglich wäre. Buffett räumte jedoch auch offen ein, sich mit Bitcoin und Co. nicht sonderlich gut auszukennen. „Doch ich denke, was derzeit abläuft, wird definitiv böse enden“, so die Investorenlegende.

Lars Rohde, Notenbankchef von Dänemark„Bleiben Sie weg. Das ist tödlich“, so Dänemarks Nationalbankgouverneur Lars Rohde. „Ich sehe Bitcoin als Tulpenmanie, was eine außer Kontrolle geratene Blase ist“, sagte er im Dezember 2017 in einem Interview. Die Tulpenmanie in den Niederlanden gilt als erste dokumentierte Spekulationsblase der Welt. In den 1630er Jahren waren dort die Tulpenpreise auf astronomische Höhen gestiegen, bevor sie 1637 abrupt einbrachen.

Lars Rohde, Notenbankchef von Dänemark

„Bleiben Sie weg. Das ist tödlich“, so Dänemarks Nationalbankgouverneur Lars Rohde. „Ich sehe Bitcoin als Tulpenmanie, was eine außer Kontrolle geratene Blase ist“, sagte er im Dezember 2017 in einem Interview. Die Tulpenmanie in den Niederlanden gilt als erste dokumentierte Spekulationsblase der Welt. In den 1630er Jahren waren dort die Tulpenpreise auf astronomische Höhen gestiegen, bevor sie 1637 abrupt einbrachen.

Felix Hufeld, Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) dpa

Quelle: dpa

Felix Hufeld:
Angesichts der heftigen Kursausschläge beim Bitcoin warnt nun auch die deutsche Finanzaufsicht vor der Digitalwährung. „Es handelt sich um höchst spekulative Vorgänge mit der Möglichkeit des Totalverlustes“, sagte der Präsident der Aufsichtsbehörde Bafin, Felix Hufeld, der „Bild“-Zeitung (Samstag-Ausgabe). Es werde „Exzesse geben, die bittere Verlierer produzieren“ würden. Hufeld rät daher zu höchster Vorsicht. Ein Anleger müsse wissen, „dass er im schlimmsten Fall sein ganzes Geld verlieren kann.“
Der Chef der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) kündigte an, seine Behörde müsse „eng am Ball bleiben“, sprach allerdings auch von einer großen Lernaufgabe. „Wir sind alle dabei, dieses Gebiet erst zu verstehen und Know-how aufzubauen.“

Deutsche Bundesbank Jens Weidmann REUTERS

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Jens Weidmann:
Auch Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat den Bitcoin heftig kritisiert. „Es ist spekulativ, man kann Geld damit verlieren“, hatte sagte Weidmann Mitte Dezember. Bitcoin als „Digitalwährung“ zu bezeichnen, hält Deutschlands oberster Währungshüter für irreführend: „Ein Zahlungsmittel sollte ja eine Wertstabilität aufweisen. Diese Eigenschaften fehlen dem Bitcoin.“
Weidmann sprach sich jedoch ausdrücklich gegen eine Regulierung aus geldpolitischer Sicht aus.

Valdis Dombrovskis:Die EU-Kommission warnt vor Risiken der Cyberwährung Bitcoin für Investoren und Verbraucher. Es bestehe die Gefahr, dass diese ihr gesamtes Vermögen verlören, sagte der Vizepräsident der EU-Kommission, Valdis Dombrovskis. Die Investoren sollten realisieren, dass der Bitcoin-Kurs jeden Moment fallen könnte. "Virtuelle Währungen wie Bitcoin sind nicht wirklich Währungen." Dombrovskis sagte, er habe die Bankaufseher der EU aufgefordert, ihre Warnungen zu Bitcoin auf aktuellen Stand zu bringen. REUTERS

Quelle: REUTERS

Valdis Dombrovskis:
Die EU-Kommission warnt vor Risiken der Cyberwährung Bitcoin für Investoren und Verbraucher. Es bestehe die Gefahr, dass diese ihr gesamtes Vermögen verlören, sagte der Vizepräsident der EU-Kommission, Valdis Dombrovskis. Die Investoren sollten realisieren, dass der Bitcoin-Kurs jeden Moment fallen könnte. "Virtuelle Währungen wie Bitcoin sind nicht wirklich Währungen." Dombrovskis sagte, er habe die Bankaufseher der EU aufgefordert, ihre Warnungen zu Bitcoin auf aktuellen Stand zu bringen.

Joseph Stiglitz REUTERS

Quelle: REUTERS

Joseph Stiglitz:
Der Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften geht sogar soweit vorzuschlagen, dass man Bitcoins verbieten solle. „Sie erfüllen keine soziale Funktion. Geldschöpfung ist eine der wichtigsten Funktionen des Staates. Bitcoins sind nur erfolgreich, weil sie dieses System umgehen. Es mangelt an Aufsicht.“ Bitcoins würden nur von ihren Erwartungen leben, später mehr wert zu sein. Es hätte sich ein Blase gebildet, die ein paar Leuten eine heiße Zeit beschere.

John Bogle Reuters

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John Bogle:
Der Gründer der Vanguard Group, einem der größten Vermögensverwalter der Welt, äußerte sich auf einem Event des Council of Foreign Relations zu Bitcoins: „Vermeide Bitcoin wie die Pest.“ Er habe keine zugrundeliegenden Gewinne und sei vollständig von der Hoffnung abhängig, dass jemand anders die digitale Münze für einen höheren Preis abkaufe.

Mohamed El-Erian REUTERS

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Mohamed El-Erian:

Der Chefberater der Allianz hält den Bitcoin zwar für eine disruptive Technologie. Aber: "Das derzeitige Preisniveau konnte nur erreicht werden, weil Anleger davon ausgehen, dass der Bitcoin sich weltweit durchsetzen wird. Regierungen werden das in dem Ausmaß aber nicht zulassen, wie es sich im Bitcoin-Preis widerspiegelt." Er erwartet einen deutlichen Kursverlust, die Technologie werde trotzdem fortbestehen, sagte El-Erian bereits im September in einem Interview mit dem TV-Sender "CNBC".

Robert Shiller dpa

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Robert Shiller:

Der Wirtschaftsnobelpreisträger der Universität Yale sieht im Bitcoin das klassische Muster für irrationale Übertreibungen. "Wichtig ist die Story dahinter", sagte er dem Wirtschaftsportal "Quartz" in einem Interview. "Wir leben heute in einem Zeitalter fundamentaler Zukunftsängste, die durch die Digitalisierung ausgelöst werden. Die Leute fragen sich, was künftig ihr Platz in der Gesellschaft sein wird; ob sie noch einen Job haben oder überhaupt irgendeine Art von Eigentum. Und hier kommt der Bitcoin ins Spiel: Er befähigt die Leute. Sie verstehen, dass sie sich mit dem Bitcoin vom bisherigen System unabhängig machen können. Sie können damit spekulieren und reich werden. Er soll eine Lösung für die fundamentalen Ängste sein." Ideale Voraussetzungen für eine Blase, findet Shiller.

Ray Dalio AP

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Ray Dalio:

Der Gründer von Bridgewater Associates, dem größten Hedgefonds der Welt, hält nichts vom weltweiten Run auf Kryptowährungen. "Der Bitcoin befindet sich in einer Blase. Anders als Gold ist es kein Mittel, um Werte zu erhalten - der Preis schwankt viel zu stark", sagte er CNBC im September in einem Interview. Auch als Zahlungsmittel tauge die Digitalwährung nicht. "Bitcoins lassen sich nicht leicht ausgeben, das Netzwerk ermöglicht zu wenige Transaktionen." Dabei ist er grundsätzlich von Konzept der Digitalwährungen überzeugt. "Es könnte funktionieren. Im Moment ist es aber reine Spekulation."

Ben Bernanke REUTERS

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Ben Bernanke:

Der ehemalige Vorsitzende der US-Notenbank Fed traut der Blockchain-Technologie zu, bald in großem Stil von der Finanzindustrie adoptiert zu werden. Vom Bitcoin hält er nicht so viel: "Bitcoin ist ein Versuch, Fiat-Währung zu ersetzen und damit Regulierungsmaßnahmen und staatliche Kontrolle zu umgehen. Ich glaube nicht, dass das ein Erfolg wird. Regierungen werden alles Nötige tun, um dies zu verhindern", sagte er laut Finanzen.net auf einer Konferenz des Blockchain-Start-ups Ripple im November.

Wladimir Putin dpa

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Wladimir Putin:

Russland steht Bitcoin und anderen Kryptowährungen mit einer Art Hass-Liebe gegenüber. Von Verboten bis zur Zulassung und dem Start einer eigenen Kryptowährung hat Russland in den vergangenen Jahren seine Positionen ständig überdacht. Der russische Präsident Wladimir Putin traf sich im Oktober mit Vertretern aus dem Finanzministerium und der russischen Zentralbank, um seine Position zum Bitcoin zu ordnen. "Kryptowährungen können illegale Einnahmen reinwaschen, mit ihnen lassen sich Steuern hinterziehen und Anleger betrügen", zitiert ihn der Kreml in einer Mitteilung. "Und niemand garantiert für die Einlagen. Sollte die Blase platzen, gibt es keine Institution, die die Verantwortung dafür übernehmen wird." Doch verdammen will Putin Bitcoin und Co. nicht. Er regte an, in Russland Regulierungen zu schaffen, die es Bürgern, Unternehmen und dem Staat ermöglichen, innovative Finanzinstrumente wie Kryptowährungen nutzen zu können.

Paul Krugman: REUTERS

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Paul Krugman:

Der Wirtschaftsnobelpreisträger bezog schon 2013 eine klare Position zum Bitcoin. Eine Kolumne, die er für die New York Times schreibt, betitelt er "Der Bitcoin ist böse". Sein Argument: "Um erfolgreich zu sein, muss Geld sowohl ein Tauschmittel als auch Wertbewahrungsmittel sein. Und es ist vollkommen unklar, warum Bitcoin ein stabiles Mittel sein sollte, um Werte zu bewahren."

Kenneth Rogoff REUTERS

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Kenneth Rogoff:

Der Ökonomieprofessor von der Harvard Universität schrieb Anfang Oktober in einem Beitrag für die britische Zeitung The Guardian: "Ich schätze, dass sich die Blockchain-Technologie langfristig durchsetzen wird. Der Bitcoinkurs wird aber dramatisch an Wert verlieren." Rogoff verteufelt Kryptowährungen als Alternative zur staatlich kontrollierten Währung keinesfalls. "Aber es wäre verrückt anzunehmen, dass der Bitcoin jemals das Zentralbankgeld ersetzt. Es wäre wünschenswert, dass Regierungen Transaktionen von kleinen Summen mittels digitalen Währungen erlauben. Aber es ist etwas völlig anderes, große Summen anonym zu versenden. Die Regierungen werden das schon deshalb nicht zulassen, weil es für sie dann sehr schwer wird, Steuern einzusammeln oder Geldwäsche zu bekämpfen."

Vitor Constancio: dpa

Quelle: dpa

Vitor Constancio:

Während EZB-Präsident Mario Draghi (links) bislang nur erklärte, die Europäische Zentralbank habe nicht die Macht, den Bitcoin zu regulieren, äußert sich sein Stellvertreter Vitor Constancio konkreter. Die Nachrichtenagentur Bloomberg zitiert ihn bei einem Auftritt in Frankfurt: "Bitcoin ist eine Blase, ähnlich der Tulpenmanie im 17. Jahrhundert. Er ist ein Spekulationsobjekt für diejenigen, die auf etwas wetten wollen, dessen Kurs in ein paar Tagen um 50 Prozent fallen oder 40 Prozent zulegen kann. Aber es ist definitiv keine Währung - und in der EZB sehen wir es als keine Gefahr für die Zentralbanken oder die Geldpolitik, damit das klar ist."

Laurence Fink REUTERS

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Laurence Fink:

In einem Bloomberg-Interview Anfang Oktober fand der Gründer und Vorstandschef von Blackrock, dem größten Vermögensverwalter der Welt, klare Worte. "Der Bitcoin zeigt einfach, wie viel Nachfrage es in der Welt gibt Geld zu waschen."

Tidjane Thiam REUTERS

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Tidjane Thiam:

Auch der Vorstandschef der Credit Suisse, Tidjane Thiam, sieht im Bitcoin keinen Wert. "Wir haben bislang keinen anderen Grund gefunden, warum man Bitcoins kaufen sollte, außer um damit Geld zu machen. Und solch ein Grund ist die reine Definition von Spekulation und einer Blase", zitiert ihn die Nachrichtenagentur Reuters Anfang November bei einer Konferenz.

Lorenzo Bini Smaghi: REUTERS

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Lorenzo Bini Smaghi:

Der italienische Wirtschaftswissenschaftler arbeitete bis Ende 2011 als Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank. Mittlerweile ist er Vorsitzender im Verwaltungsrat der Société Générale. In einem Bloomberg-Interview findet er deutliche Worte für den Bitcoin-Hype: "Wir alle werden lernen, dass im Rahmen dieses Bitcoin-Scams möglicherweise Gelder für die Terrorismusfinanzierung geflossen sind. Und dann werden wir alle aufwachen und merken, wie unangemessen dieses System ist."

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