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Cyberangriff Petya

Wo die Hacker diesmal für Chaos sorgten

Quelle:Handelsblatt Online

  Zum zweiten Mal in kurzer Zeit breitet sich ein Erpressungstrojaner weltweit rasant aus. Diesmal betroffen: Banken, ein Flughafen, die Strahlungs-Überwachung in Tschernobyl und auch deutsche Unternehmen. Ein Überblick.

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Moeller Maersk vom Cyberangriff Petya betroffen  REUTERS

Quelle: REUTERS

Moeller Maersk

Sechs Wochen nach der globalen Attacke des Erpressungstrojaners „WannaCry“ hat erneut ein Cyberangriff Dutzende Unternehmen und Behörden lahmgelegt. Auch die weltgrößte Reederei Moeller Maersk kämpfte am Mittwoch weiter mit den Folgen. Derzeit könne man keine Aufträge entgegennehmen, sagte der Maersk-Manager Vincent Clerc der Nachrichtenagentur Reuters. Es sei auch noch nicht absehbar, wann sich die Abläufe wieder normalisieren würden und wie hoch am Ende der Schaden sein werde.

Der französische Bahnkonzern SNCF ist ebenfalls vom Cyberangriff Petya betroffen  dpa

Quelle: dpa

Der französische Bahnkonzern war ebenfalls betroffen. Ersten Erkenntnissen zufolge handelte es sich um eine Version der bereits seit vergangenem Jahr bekannten Erpressungs-Software „Petya“, der Computer verschlüsselt und Lösegeld verlangt. Der Trojaner habe sich zumindest zum Teil über die selbe Sicherheitslücke in älterer Windows-Software verbreitet wie auch „WannaCry“ im Mai, betonten die IT-Sicherheitsfirma Symantec und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik.

Der Cyberangriff Petya trifft auch Rosneft REUTERS

Quelle: REUTERS

Rosneft

Der russische Energiekonzern sprach bei Twitter von einer „massiven Hacker-Attacke“. Die Ölproduktion sei aber nicht betroffen, weil die Computer auf ein Reserve-System umgestellt worden seien. Auch die Tochterfirma Baschneft wurde in Mitleidenschaft gezogen.

Merck & Co von Petya betroffen AP

Quelle: AP

Merck & Co

Auch der US-Pharmakonzern meldete Störungen in seinem Computersystem. Mitte Mai hatte die „WannaCry“-Attacke hunderttausende Computer in mehr als 150 Ländern mit dem Betriebssystem Windows betroffen. Betroffen waren damals vor allem Verbraucher - aber auch Unternehmen wie die Deutsche Bahn und Renault.

Mondelez vom Cyberangriff Petya betroffen AP

Quelle: AP

Mondelez

Der Hersteller von Süßwaren wie „Oreo“ und Milka-Schokolade berichtete bei Twitter ohne weitere Details von einem „IT-Ausfall“. Man sei auf der Suche nach der Ursache.

Metro kämpft ebenfalls mit Petya REUTERS

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Metro

Der Handelsriese ist ebenfalls Ziel der Hacker geworden. Die Großmärkte des Düsseldorfer Konzerns in der Ukraine seien von Cyberangriffen betroffen, sagte eine Metro-Sprecherin am Dienstag. Metro analysiere die Auswirkungen.

Auch Beiersdorf wurde Opfer des Petya-Cyberangriffs dpa

Quelle: dpa

Beiersdorf

Der Hamburger Nivea-Hersteller wurde ebenfalls Opfer des Hackerangriffs. Dieser habe zum Ausfall der IT- und Telefonsysteme geführt. Davon seien neben der Hamburger Zentrale alle Standorte betroffen. Beiersdorf habe Maßnahmen ergriffen, um die Auswirkungen auf die Kunden und Geschäftspartner so gering wie möglich zu halten.

Werberiese WPP hadert ebenfalls mit dem Cyberangriff Screenshot

Quelle: Screenshot

WPP

Beim Werberiesen (hier eine Szene aus einem Emirates-Spot) war die Firmenwebsite zeitweise nicht zu erreichen. „IT-Systeme in mehreren WPP-Unternehmen sind von einer mutmaßlichen Cyber-Attacke betroffen“, hieß es.

Der französische Baukonzern Saint-Gobain erklärte ebenfalls, Opfer eines Cyberangriffs geworden zu sein. Bloomberg

Quelle: Bloomberg

Saint-Gobain

Der französische Baukonzern erklärte ebenfalls, Opfer eines Angriffs geworden zu sein. Die Schadsoftware verbreitete sich am Dienstag nicht nur über die Windows-Sicherheitslücke, die im Mai der Trojaner „WannaCry“ ausgenutzt hatte, sondern fand auch einen weiteren Weg, Computer innerhalb eines Netzwerks anzustecken. Unterdessen sehen Experten Hinweise darauf, dass die Angreifer eher Chaos anrichten wollten und nicht auf Profit aus waren.

Ukrainische Regierung wurde mit am härtesten von der Cyberattacke getroffen AP

Quelle: AP

Ukrainische Regierung

Das osteuropäische Land traf es insgesamt besonders stark. Die ukrainische Zentralbank warnte am Dienstag in Kiew vor einer Attacke mit einem „unbekannten Virus“. Auch der Internetauftritt der Regierung war betroffen. Kunden der staatseigenen Sparkasse wurden an Geldautomaten anderer Banken verwiesen. In den Filialen fänden nur Beratungen statt, hieß es.

Auch viele ukrainische Unternehmen wurden Opfer der Cyberattacke REUTERS

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Ukrainische Unternehmen

In diesem Supermarkt in Charkiw fielen die Kassen aus. Mindestens vier weitere Banken, drei Energieunternehmen, die staatliche Post sowie ein privater Zusteller seien ebenso betroffen, hieß es.

Der ukrainische Flughafen Boryspil klagte ebenfalls über Probleme durch Petya REUTERS

Quelle: REUTERS

Flughafen Boryspil

Der größte Flughafen des Landes, Boryspil berichtete von Problemen. Die Webseiten mehrerer Medienunternehmen funktionierten ebenfalls nicht mehr. Bei der Polizei gingen bis zum Nachmittag 22 Anzeigen ein, darunter auch von mindestens einem Mobilfunk-Anbieter.

Auch die Verwaltung des Atomkraftwerks Tschernobyl war von Petya betroffen. REUTERS

Quelle: REUTERS

Atomkraftwerk Tschernobyl

Die Agentur für die Verwaltung der Sperrzone in Tschernobyl betonte, alle wichtigen technischen Systeme der Station funktionierten normal. „Aufgrund der temporären Abschaltung der Windows-Systeme“ finde die Kontrolle der Radioaktivität manuell statt. Die Website des nach dem schweren Unfall 1986 abgeschalteten Kraftwerks war nicht erreichbar. Im vergangenen Herbst wurde eine neue Stahlhülle über die Atomruine zum Schutz vor radioaktiver Strahlung geschoben. Dennoch muss die Umwelt ständig auf den Austritt von Radioaktivität überwacht werden.

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