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Bildungskatastrophe Deutschland

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Grassierender Niveauverlust an deutschen Schulen

Ministerin Sylvia Löhrmann und ihre Mitarbeiter wollen anhand dieser Erhebungen also belegen, dass die jungen NRWler auf dem Weg sind, das selbstgesteckte Ziel der Realschulen zu erfüllen - „sachbezogene Qualifikationen und Kompetenzen“ zu erwerben, um „sich auf den raschen Wandel der Lebensumstände einzustellen“.

Das können Aufgaben von derart niedrigem Niveau allerdings kaum ernsthaft belegen. Die bildungspolitische Devise der Düsseldorfer Landesregierung – „kein Kind zurücklassen!“ – wird ganz offensichtlich so interpretiert: Um niemanden zurücklassen zu müssen, schreitet man erst gar nicht wirklich voran.

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Heute startet die Bildungsmesse didacta. Großes Thema: Digitalisierung an Schulen. Ist sie nur eine weitere Ökonomisierung der Bildung? Pädagoge Krautz warnt davor, dass Schulen zu "Fabriken von Humankapital" werden.

Sehr viel höher als die in der Lernstandserhebung für Achtklässler gestellten Ansprüche sind auch die in der zentralen Abschlussarbeit für den „mittleren Bildungsabschluss“ (nach zehn Schuljahren) zum Teil nicht. Ein stellvertretender Schulleiter, der gerne ungenannt bleiben möchte, berichtet: "Der Niveauverlust an meiner eigenen Schule hat in der letzten Zeit dramatische Züge angenommen."

Zum Beispiel sei in einer Abschlussaufgabe das Zeichnen von zwei Quadraten mit zwei und einem Zentimeter Kantenlänge schon mit drei von insgesamt erreichbaren 87 Punkten belohnt worden. „Eine wesentlich schwierigere Aufgabe“, berichtete der Mathematiklehrer, „wurde dagegen nur mit zwei Punkten belohnt.“

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Für die Lösung vieler Abitur-Aufgaben muss man nicht in die Schule gegangen sein, findet unser Gastautor und Bildungsforscher Hans Peter Klein. Den Niveauverlust als Erfolg zu verkaufen, hat sogar Methode.

In einer anderen Teilaufgabe wurde ein Lösungsansatz verlangt, der dann in der Aufgabenstellung der nächsten Teilaufgabe genannt wurde.

Dazu kommt, dass Abschlussarbeiten bereits mit 73,6 Prozent der Gesamtpunktzahl als „gut“ bewertet werden, während einige Jahre zuvor dafür noch 85 Prozent die übliche Schwelle waren.

Der grassierende Niveauverlust beschränkt sich längst nicht nur auf nordrhein-westfälische Realschulen, sondern betrifft ebenso die Abiturprüfungen an Gymnasien. Kritiker bemängeln, dass deutschlandweit der Niveauverlust und die dadurch gestiegenen Abitur-Zahlen und Notenschnitte als Erfolg von Bildungspolitik verkauft würden.

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