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11.11.2017

11:31 Uhr

Schokolade, Pralinen und Co.

Das Zukunftsprodukt für Anleger?

Von: dpa , Christiane Oelrich

  Plätzchen, Edelpralinen und Nikoläuse – in Deutschland ist Hochsaison für Schoko-Firmen. Auch anderswo wächst der Appetit auf das bezahlbare Luxusprodukt. Anlageberater wittern gute Geschäfte.

Der weltgrößte Hersteller von Kakao- und Schokoladenprodukten, Barry Callebaut, aus Zürich investiert kräftig in Asien. dpa

Der weltgrößte Hersteller von Kakao- und Schokoladenprodukten, Barry Callebaut, aus Zürich investiert kräftig in Asien.

Die Deutschen sind im Schokoladeverputzen Weltmeister, aber der Konsum stagniert auf hohem Niveau. Potenzial für Wachstum liegt in anderen Ländern, etwa in Asien. Denn derzeit essen etwa Chinesen im Durchschnitt nur 100 Gramm Schokolade im Jahr, verglichen mit 11,5 Kilogramm bei den Deutschen, wie aus Schätzungen der Herstellerverbände hervorgeht. Wachstumsmotor für die Schoko-Industrie ist das Ausland. „Wir haben eine Exportquote von 50 Prozent“, sagt der Geschäftsführer des deutschen Bundesverbandes der Süßwarenindustrie, Torben Erbrath: „Da ist noch Musik drin.“

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Auch für Anleger, erklärt Reto Huenerwadel, Anlage-Chef der Schweizer Hypothekarbank Lenzburg. Schokolade gelte als „Luxusprodukt des kleinen Mannes“. „Schoggi“, wie die Schweizer sagen, ist etwas, das man sich auch mit kleinem Wohlstand leisten kann, anders als Designertaschen etwa. „Das ist das Spannende, mit Blick auf die aufstrebenden Märkte: Schokolade und Pralinen sind Luxusgüter für kleines Geld“, sagt Huenerwadel. Er hat den Schokoladenmarkt unter die Lupe genommen und sieht großes Potenzial. „Wir wissen, dass die Nachfrage der Chinesen nach Schoggi stetig gestiegen ist“, sagt er. Gleichzeitig sei der Kakao-Preis am Boden. 2014 kostete eine Tonne Kakaobohnen im Schnitt mehr als 3200 Dollar, heute sind es unter 2000 Dollar (rund 1700 Euro). Mehr anzubauen sei kurzfristig nicht einfach, so Huenerwadel. „Es dauert, bis man ernten kann. Bei weiter steigender Nachfrage gehen wir deshalb davon aus, dass sich der Preis nach oben bewegen wird“, sagt Huenerwadel.

Auch die US-Crowdfunding-Plattform für Bauern und Investoren „Harvest Returns“ preist Kakao als lukratives Zukunftsprodukt für Anleger. „Es gibt großen Bedarf, größere Kakao-Farmen zu schaffen, die sich auf Effizienz, Ertrag, gleichbleibend hohe Qualität und gute Anbau- und Erntestandards konzentrieren“, wirbt sie.

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Der weltgrößte Hersteller von Kakao- und Schokoladenprodukten, Barry Callebaut, aus Zürich investiert kräftig in Asien. Das Unternehmen berichtet, dass es sein Geschäft mit Gourmet-Schokolade für Pralinen und andere Süßigkeiten in China in vier Jahren verdoppelt hat. Der Name Callebaut ist von Pralinen und Tafeln weniger bekannt, weil der Hersteller vor allem an Firmen liefert, die Schokolade weiterverarbeiten.

Doch ein Schoko-Boom in Asien ist bislang ausgeblieben. „Der Schoko-Konsum pro Chinese ist klein“, sagt Urs Furrer, Präsident des Schweizer Schokoladenverbands. „Das Potenzial ist zwar enorm, aber es braucht einen langen Atem, die Schoko-Kultur ist dort noch nicht so ausgeprägt.“ In der chinesischen Küche wird Süßes wenig zelebriert. Während die Deutschen nach Umfragen etwa auf Vollmilch, Haselnuss und Nougat stehen, heißt es in Industriekreisen, dass mancher Hersteller in China inzwischen mit karamellisiertem Fisch oder Speck als Schoko-Zutat experimentiert.

Die Schweizer Exporte nach China sind von 2006 bis 2014 zwar explodiert, aber auf niedrigem Niveau: von 266 Tonnen auf rund das Achtfache, über 2100 Tonnen. Seitdem geht es auch schon wieder bergab, auf zuletzt 1200 Tonnen im vergangenen Jahr. Die Schweiz exportiert doppelt so viel Schokolade wie zu Hause verkauft wird: 120.000 Tonnen gehen in 150 Länder. Auch für deutsche Hersteller, die im vergangenen Jahr knapp 1,1 Millionen Tonnen produzierten, bleibt China eine Enttäuschung. „Der Markt ist schwierig“, sagt Verbands-Geschäftsführer Erbrath. „Er hat sich für uns nicht so gut entwickelt, wie wir das noch vor Jahren gehofft hatten.“

Ein Problem sei auch die Logistik. Die Lieferkette brauche durchgehende Kühlung: „Schokolade ist nur in bestimmten Ländern gut an den Mann zu bringen.“ Im heißschwülen Thailand etwa hat die Schokolade in Edelsupermärkten oft weißen Belag. „Fettreif“ nennt sich das, und es entsteht, wenn Kakaobutter schwitzt und das Fett an die Oberfläche kommt. Es ist unschädlich, sieht aber unappetitlich aus.

So konzentriert sich der Export in Deutschland und der Schweiz hauptsächlich auf Europa. Deutsche Schokolade wird vor allem nach Großbritannien, Frankreich und Österreich geliefert. Deutschland ist mit gut 17.000 Tonnen größter Abnehmer der Schweizer Schokolade mit einem Anteil von 15 Prozent, vor Großbritannien und Frankreich

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