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06.12.2017

13:09 Uhr

DIW

1,8 Millionen Berechtigte erhalten keinen Mindestlohn

Von: dpa

  1,8 Millionen Arbeitnehmer in Deutschland erhalten weniger als den gesetzlichen Mindestlohn, obwohl sie Anspruch darauf haben. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung.

Der Präsident des Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, spricht zum Thema Mindestlohn. dpa

Der Präsident des Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, spricht zum Thema Mindestlohn.

1,8 Millionen Arbeitnehmer in Deutschland verdienen weniger als den gesetzlichen Mindestlohn, obwohl sie einen Anspruch darauf haben. Das hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin für das vergangene Jahr ermittelt, indem es Beschäftigte befragte. Die amtliche Statistik dagegen befragt die Arbeitgeber und kommt auf 1,1 Millionen Menschen, die weniger als die 2016 vorgesehenen 8,50 verdienten.

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„Offensichtlich - und keineswegs unerwartet - wird das Mindestlohngesetz nicht in jedem Betrieb eins zu eins umgesetzt“, sagte Studienautorin Alexandra Fedorets. Aus ihrer Sicht trickst ein Teil der Betriebe, etwa indem sie Bereitschaftszeiten nicht mehr bezahlen oder Kosten für Arbeitsmaterial vom Lohn abziehen.

Das DIW hatte die Beschäftigen in seiner Langzeitumfrage sozioökonomisches Panel auch nach ihrer tatsächlichen Arbeitszeit gefragt. Werden unbezahlte Überstunden beim Stundenlohn berücksichtigt, erhielten demnach sogar 2,6 Millionen Beschäftigte weniger als den Mindestlohn.

Keinen Anspruch haben Selbstständige, Azubis und Beschäftigte in Branchen mit Übergangsfristen. Werden sie mitgezählt, erhalten sogar 4,4 Millionen Erwerbstätige weniger als den Mindestlohn, wie das DIW ermittelte.

Insgesamt habe der 2015 eingeführte gesetzliche Mindestlohn bedeutende Lohnsteigerungen gebracht, sagte Fedorets. „Jetzt muss alles daran gesetzt werden, dass der Mindestlohn tatsächlich alle erreicht, denen er laut Gesetz auch zusteht“. Zu Jahresbeginn war der Mindestlohn auf 8,84 Euro gestiegen.

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